Reisezeit- mit dem Hund im Ausland

Wenn Sie mit Ihrem Hund verreisen möchten, bieten wir Ihnen gerne gegen eine Kaution eine Reiseapotheke mit den wichtigsten Medikamenten für den Urlaub an. Wir beraten Sie über Einreisebestimmungen und vorbeugende Maßnahmen gegen Erkrankungen, die am Reiseziel gefährlich werden können.

Reisekrankheiten werden durch Parasiten wie Zecken und Mücken übertragen und können beim Hund chronische bis tödliche Krankheiten verursachen. Diese treten zum Teil auch bei der Katze auf.
Leider schleppen Hunde aus Urlaubsländern (z. B. Spanien und Türkei) diese Erreger nach Deutschland ein. Da Symptome häufig erst nach Monaten bis Jahren auftreten, sind kranke Tiere ohne genaue Untersuchung nicht zu erkennen.
Hinzu kommt eine durch den Klimawandel verursachte zunehmende Ausbreitung verschiedener Zeckenarten, die bisher typische Reisekrankheiten aus dem Ausland auch in Deutschland übertragen können.

Daher wird es immer wichtiger, Ihr Tiere vor Zecken und Mücken zu schützen!

Reisekrankheiten und ihre Überträger

Verschiedene Stechmücken in den Mittelmeeranrainerstaaten, Ungarn und Rumänien übertragen Herzwürmer. Bei der Herzwurmerkrankung (Dirofilariose) siedeln sich Würmer im Herzen und in den großen Gefäßen an und wachsen dort. Diese Würmer können 30 cm lang werden! Die befallenen Tiere zeigen mit der Entwicklung der reifen Würmer, also erst etwa 6 Monate nach der Infektion, eine reduzierte Leistungsfähigkeit und ermüden schnell. Die Herzwürmer beeinträchtigen die Herzfunktion, Leistungsschwäche, Atemnot und Husten treten auf. Außerdem können sie Thrombosen verursachen.

Die Erreger der Ehrlichiose und der Babesiose werden von Zecken übertragen. Der Parasit befällt die roten Blutkörperchen und verursacht Abmagerung, hohes Fieber, Durchfall, Blutungen, Leber- und Milzschwellung sowie Anämie. Die Diagnose erfolgt durch spezielle Blutuntersuchungen.

Die Leishmaniose wird von Sandfliegen übertragen. Der Einzeller befällt die Zellen der Haut und der Eingeweide. Symptome sind Hautveränderungen, wie Haarausfall, Hautentzündungen, Hautgeschwüre, Fieberschübe, Abmagerung, Leber-, Lymphknoten- und Milzvergrößerung sowie Nieren- und Leberschäden. Auch Anämie, Durchfall und Bindehautentzündung können auftreten. Die Diagnosesicherung erfolgt durch spezielle Laboruntersuchungen.

Die Lyme-Borreliose wird von Zecken übertragen. Infizierte Tiere leiden an Lahmheitserscheinungen, Gelenksentzündungen, Apathie, Fieber und Lymphknotenschwellung. Die Diagnose wird anhand der Symptome in Kombination mit Blutuntersuchungen gestellt.

Wie kann ich mein Tier schützen?

Am sichersten ist es, Sie lassen Ihren Hund zu Hause. Wenn Ihr Tier mit auf Reisen geht, muss die Prophylaxe in Abhängigkeit vom Reiseziel, der Reisedauer und der Reisezeit durchgeführt werden.

Dabei ist das Absammeln der Zecken unzureichend: Zecken werden oft erst erkannt, wenn sie Blut gesaugt haben und dann kann eine Erregerübertragung schon stattgefunden haben. Auch natürliche Mittel wie ätherische Öle oder Knoblauchpulver sind nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht ausreichend wirksam. Deshalb kann nur eine medikamentelle Prophylaxe mit doppelter Wirkung empfohlen werden: Abschreckende (repellente) und abtötende (insektizide) Wirkung.

Da Mücken und Sandfliegen die Erreger sofort mit dem Stich übertragen, ist die repellente Wirkung wichtig. Abgeschreckte Überträger sollen aber nicht später andere Tier oder den Menschen befallen, daher ist auch die insektizide Wirkung wichtig.

Die verwendeten Mittel verteilen sich gleichmäßig in der Haut und bilden nach kurzer Zeit einen Schutzfilm an der oberen Hautschicht. Gelegentliches Baden und Schwimmen vermindert die Wirkung nicht, häufiges Baden dagegen schon. In der Regel hält die Wirkung 4 Wochen an.

Nach Reisen ins Ausland oder bei Verdacht erfolgt eine klinische Untersuchung der Tiere, evtl. verbunden mit einer Blutuntersuchung zur Antikörperbestimmung oder zum Erregernachweis. Je nach Erkrankung ist die Therapie schwierig und langwierig, manchmal auch erfolglos.

Ich habe einen Hund aus dem Ausland

Bei Hunden die im Ausland waren bzw. von dort mitgebracht wurden ist eine Untersuchung auf Reisekrankheiten empfehlenswert, auch wenn die Tiere bisher völlig gesund erscheinen! Diese Krankheiten könen auch erst nach Jahren ausbrechen und so lange unterschwellig und unerkannt im Körper Ihres Lieblings sein. Bitte sprechen Sie mit uns.

Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis - wir beraten Sie gerne!



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